AGEV Jahrestagung
Ernährungskampagnen greifen zu kurz - Essen ist mehr als nur Kalorienaufnahme
Fachtagung in Köln erkundet neue Wege zu einer nachhaltigen Ern
ährungspraxis
Köln, 05.09.2007: Bislang sind in Deutschland die Kampagnen für ein gesünderes Ernährungsverhalten grandios gescheitert. „Mehr Bewegung – weniger Kalorien“ oder „fünf mal am Tag Obst und Gemüse“ – so lauten die Standardempfehlungen. Aber eine einseitig naturwissenschaftliche Perspektive blendet den Ernährungsalltag mit seinen zentralen Fragen von Genuss, Zeit- und Einkommensdruck, Traditionen und individuellen Gewohnheiten aus. Wie die kulturellen, sozialen, ökonomischen und psychologischen Gesichtspunkte, die Essen und Trinken ausmachen, wissenschaftlich zusammen gedacht werden können, ist Thema einer Fachtagung in Köln.
Ernährungskampagnen greifen zu kurz - Essen ist mehr als nur Kalorienaufnahme
Fachtagung in Köln erkundet neue Wege zu einer nachhaltigen Ernährungspraxis>
Bislang sind in Deutschland die Kampagnen für ein gesünderes Ernährungsverhalten grandios gescheitert. „Mehr Bewegung – weniger Kalorien“ oder „fünf mal am Tag Obst und Gemüse“ – so lauten die Standardempfehlungen. Aber eine einseitig naturwissenschaftliche Perspektive blendet den Ernährungsalltag mit seinen zentralen Fragen von Genuss, Zeit- und Einkommensdruck, Traditionen und individuellen Gewohnheiten aus. Wie die kulturellen, sozialen, ökonomischen und psychologischen Gesichtspunkte, die Essen und Trinken ausmachen, wissenschaftlich zusammen gedacht werden können, ist Thema einer Fachtagung in Köln.
Am 11./12. Oktober 2007 lädt die Arbeitsgemeinschaft Ernährungsverhalten (AGEV) zu ihrer 29. Wissenschaftlichen Jahrestagung „Wege zu einer nachhaltigen Ernährungspraxis – Neue Konzepte der inter- und transdisziplinären Ernährungs- und Konsumforschung“ nach Köln. Die Veranstaltung steht unter der Leitfrage, wie das Ernährungshandeln mit seinen Alltagsroutinen in der Forschungspraxis berücksichtigt werden kann und wie alltagstaugliche Handlungsstrategien - beispielsweise zur Adipositasprävention - entwickelt werden können.
Frau Prof. Dr. Eva Barlösius, Ernährungssoziologin und Vorstandsmitglied der AGEV, erläutert den Hintergrund dieser Veranstaltung:
„Zwar sind Praxisrelevanz und interdisziplinäre Herangehensweise inzwischen zu grundlegenden Kennzeichen der Ernährungsforschung geworden. Eine kultur- und sozialwissenschaftlich ausgerichtete Ernährungsforschung ist jedoch in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern immer noch wenig etabliert.“
Für die Tagung konnten Experten aus Kulturwissenschaft, Epidemiologie und Risikoforschung, Hochschuldidaktik, Haushaltswissenschaft und aus der sozial-ökologischen Forschung gewonnen werden. Von aktuellem Interesse sind v. a. folgende Vorträge:
Dr. Carolin Krems von der Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BFEL) spricht über Ziele, Design und Methoden der zweiten Nationalen Verzehrsstudie.
Dr. Gerd Mensink vom Robert Koch Institut stellt Methoden und erste Ergebnisse der „Eskimo“-Studie zur Ernährung von Kindern und Jugendlichen vor.
Dr. Rolf Meyer vom Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Forschungszentrum Karlsruhe präsentiert ein Indikatorenkonzept zur Nachhaltigkeitsbewertung der Ernährungssituation
in Deutschland.
Dr. Michael Zwick, Universität Stuttgart, stellt Fehlernährung und Bewegungsmangel als Folgen eines kulturellen und interkulturellen Wandels dar.
Terminhinweis: Am 10. Oktober 2007 findet ein Pressegespräch statt.
Tagungsbüro: Regine Rehaag, KATALYSE Institut, Volksgartenstr. 34, 50677 Köln
Tel.: +49 (221) 94 40 48 - 41, E-Mail: rehaag [at] katalyse.de
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